Tipps für eine erfolgreiche KITA-Eingewöhnung

Jetzt, wo das Böckchen älter wird und man schon hier und da ordentlich Charakter wahrnimmt, bin ich immer wieder überrascht wie unterschiedlich die Zwei doch sind, obwohl sie unter ähnlichen Bedingungen aufwachsen. Der größte Unterschied ist natürlich die ungeteilte Aufmerksamkeit – da hat das Widdermädchen die Nase vorn, auch als das Böckchen schon da war. Denn aufgrund ihrer Vehemenz fiel es mir nicht immer leicht ihr Bedürfnis/ihren Wunsch nicht vor die des Babyböckchens zu setzen. Vielleicht ist das der Grund, warum er schon immer genügsamer war als sie und sich schon als Baby 20 Min. allein beschäftigen konnte – oder es ist einfach angeborener Charakter – oder eine Mischung aus Beidem.

Was sich auf jeden Fall erheblich unterschied und mich schier aus der Bahn warf, waren die Eingewöhnungen in der Kita. Während es beim Widdermädchen ein Selbstläufer war, war die Eingewöhnung vom Böckchen eine stetige Berg- und Talfahrt. Nach zwei ganz unterschiedlichen Eingewöhnungen unter zwei ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen mit zwei ganz unterschiedlichen Kindern haben sich doch einige Punkte herauskristalisiert, die ich als wichtig für den gesamten Prozess empfand. Ich habe mal versucht das ein bisschen zu sortieren und für euch ein paar Tipps zusammenzustellen. Vorab: Es gibt keinen Königsweg mit dem es immer und überall problemslos klappen wird. Dazu spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle – aber vielleicht gibt es ein paar Kernpunkte, die es erleichtern können

Tipps für die Eingewöhnung im U3-Bereich

Noch mal ganz wichtig und deswegen vornweg – Die Eingewöhnung hängt von vielen Faktoren ab:

  • Temperament des Kindes
  • Einstellung der Eltern
  • Erzieher
  • Zeit
  • Umgebung, also die Kita selber
  • Jahreszeit
  • Konzept

 

1. Den U3-Kindern ist es egal wie modern, hell oder gut ausgestattet die Kita ist, für sie zählen nur die Menschen und das sollte immer im Vordergrund stehen. Das A und O einer Eingewöhnung ist die Beziehung zu den Erziehern, in erster Linie in Bezug auf das Kind, aber auch zu den Eltern. Die Erzieher sollen nicht mit euch quatschen, sie sollen auch nicht dem Kind zuschauen wie es die Umgebung erkundet – sie sollen sich mit dem Kind beschäftigen. Spielangebote machen, zugewandt sein und bleiben, Sicherheit und Verlässlichkeit ausstrahlen. In der Eingewöhnung sollte der Bezugserzieher zu mind. 50 % nur für das Eingewöhnungskind da sein. Das klingt erstmal viel und bei den derzeitigen – zumindest hier in Sachsen – Betreuungsschlüsseln utopisch. ABER: Eine Woche kaum geteilte Aufmerksamtkeit ersetzt eventuell drei Wochen fast ausschließlich geteilte Aufmerksamkeit.

2. Nehmt euch Zeit – je nach Jahreszeit wird das Kind höchstwahrscheinlich in der Eingewöhnung krank, plant dafür mindestens!! eine zusätzliche Woche ein. Generell würde ich mit mind. vier Wochen rechnen, entspannter ist es acht Wochen zu haben. Beginnt also entweder früher mit der Eingewöhnung (es macht keinen Unterschied, ob das Kind einen Monat jünger oder älter ist) oder verlängert die Elternzeit. Es entspannt euch und auch die Erzieher.

Lasst euch nicht drängen – das Kind braucht so lange wie es braucht. Ich kann mir vorstellen, dass es als Erzieher nervig ist, wenn wochenlang die Eltern mit rumspringen, aber noch anstrengender ist doch ein Kind, was ständig weint und leidet. Lasst das Kind das Tempo vorgeben. Beide Kinder haben die ersten Trennungen super mitgemacht – Zeitlimit nach oben waren 30 – 40 Min., die wir ausgekostet haben, wenn es lief. Die Trennung sollte sofort abgebrochen werden, wenn das Kind sich nicht innerhalb weniger Minuten beruhigt oder immer wieder zu weinen beginnt.

Manchmal kann man auch mehrere Schritte auf einmal machen, wie Mittagsschlaf und Vespern, das ist abhängig vom Kind. Generell gilt, alles nach einander und montags nichts Neues.

3. Wichtig ist auch eure Einstellung dazu. Macht euch klar – die Kita ist Dienstleister, ihr bezahlt dafür Geld, also gebt ihr auch das Tempo vor. Vertraut aber auch den Erziehern, sie können manche Dinge besser einschätzen als ihr. Auch für euch ist das ein Ablöseprozess. Ihr werdet gemeinsam da rein wachsen und euch daran gewöhnen. Also seit positiv. Und ganz wichtig: Macht den Mund auf. Das ist immer das, was mir am Schwersten fällt, da ich Konflikte gern weiträumig umfahre. Wenn euch etwas stört, sprecht es an – am Besten gleich. Wenn ihr etwas wissen wollt, fragt nach. Ihr seid Kunden keine Bittsteller! Aber bleibt bei euch, verwendet ICH-Botschaften und denkt daran, dass die Erzieher auch nur Menschen sind, seid also so lieb wie möglich zu ihnen!

Puuuh jetzt ist es ganz schön viel geworden – aber hoffentlich hilfreich! Berichtet doch mal von euren Erfahrungen, vielleicht habt ihr ja auch mehrere Kinder und könnt da auch Vergleiche ziehen. Das würde mich wirklich sehr interessieren.

Bis bald.

Julia.

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