Das dritte Trimester – Der Countdown läuft.

Nun neigt sich selbst das dritte Trimester schon langsam dem Ende zu. Wenn alles nach Plan läuft, dann sind wir in 33 Tagen zu viert – vielleicht auch schon zu Weihnachten oder vielleicht zu Silvester. Vielleicht aber auch an meinem Geburtstag oder auch erst am Geburtstag meiner Mutti. Na ja, wie es kommt, so kommt es.

Was uns wohl erwartet…

Ich freue mich sehr darauf, dass das Bärchen bald da ist und frage mich nun schon, welches Temperament wohl dieses neue Familienmitglied mitbringt. Und ja ich gebe es zu, insgeheim hoffe ich, dass es kein zweiter Krümel wird. Aber selbst wenn, auch das haben wir gemeistert und sind nun mit einem sehr aufgeweckten, wissbegierigen und redegewandten Töchterchen gesegnet.

Ja aber ich will es nicht verheimlichen, ich wünsche mir diesmal eine entspannte Babyzeit, oder anders: ein entspanntes Baby. Eins, das sich stundenlang im Kinderwagen durch die Gegend schieben lässt oder zumindestens nicht Zeter und Mordio schreit, wenn es in selbigen gelegt wird. Ein Baby, das auch mal zwei Stunden oder länger ohne Brust auskommt. Das nicht zu früh zu schwer ist, damit wir gaaaaaaanz lange tragen können. Das nicht so schnell frustriert ist, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Das nicht die ersten 17 Wochen 6 Stunden am Stück schläft, sondern vor allem in der Zeit danach *haha*. Das nicht so viel Action braucht und dann am Abend feststellt, dass es doch zu viel war und die Spannung hinaus schreien muss. Das plötzlich den Mund voller Zähne hat, ohne dass man es bemerkt.

Aber eins, das genauso freundlich zu jedermann ist, das – im Gegensatz zu mir – gern Leute um sich hat und offen auf sie zugeht. Eins, das ebenso Bücher liebt und früh gut sprechen kann. Das ebenso lustig und musisch begabt ist. Eins, das ebenso emphatisch und sozial ist. Eins, dass ebenso unanhänglich, aber verkuschelt (vielleicht noch ein bisschen mehr) ist. Aber definitiv eins, dass mich stolz macht, einfach weil es ist.

Und am Ende gilt auch hier: Es kommt, wie es kommt. Und eines kann ich mit Sicherheit sagen: Ich werde dieses knuddelige Kleinteil lieben und zwar so sehr, dass es sich manchmal eng in der Brust anfühlt, weil da nicht genug Platz für die ganze Liebe ist. So sehr, dass mir manchmal die Tränen in die Augen schießen, weil ich mein Glück kaum fassen kann. So und noch viel mehr.

Die Ambivalenz zwischen Ungeduld und Angst

Aber kommen wir mal zu mir. Dieses Mal ist ja vieles anders. Um nur mal ein paar Sachen anzureißen, die gerade jetzt im letzten Trimester akut sind: Beim Krümel fühlte ich mich wie eine Göttin, strahlend schön, schöner als jemals zuvor und sagen wir, ich fand mich das erste Mal in meinem Leben attraktiv. Jetzt beim Krümelbär fühle ich mich, wie ein fettes, unbewegliches Walross. Und ja ich bin es auch. Und das liegt nicht nur an den 17 Kg, die ich jetzt schon zugelegt habe (bei Krümel waren es insgesamt „nur“ 15), sondern auch an den Rückenschmerzen, dem Stechen in der Symphyse und dem riesigen Bauch, der scheinbar überall im Weg ist. Und das ist auch ein Unterschied: Bei Krümel hat mich der Bauch bis zum Schluss nicht beeinträchtigt. Ich konnte bis zum MuSchu ohne Probleme auf Arbeit und zurück laufen (jeweils 30 Min.) und auch sonst, ging es mir blendend – Abgesehen von den aufgespreizten Rippen, die mein Bröckchen lange Zeit verursachte, weil sich der Bauch einfach nicht senken wollte.

Na ja nun ist es nicht mehr lange hin und die zweite Schwangerschaft ist vielleicht auch einfach so, wenn man noch so einen kleinen Energiezwerg zu Hause hat, der beansprucht halt den eigenen Körper, die Nerven und alles ein bisschen mehr.

Ja nicht mehr lange hin – und schon taucht das zweite Problem auf. Diesmal habe ich Angst vor der Geburt – nicht viel und noch nicht akut, aber dennoch. Bei Krümel war ich tiefenentspannt. Ich wusste eine Geburt soll wehtun, aber das kriegt man schon irgendwie hin. Aber verdammte Scheiße, kein Mensch hat mir gesagt, dass es sooooo weh tut und dann auch noch so verschissen lange dauert. Vielleicht bin ich aber auch nur eine Memme oder es liegt daran, dass ich meine Wehen ausschließlich im Rücken hatte und sich das anfühlt, als würde einem ständig ein Messer in den Rücken gerammt. Aber vielleicht hatte auch das Hypnobirthing-Buch Recht und ich bin einfach zu unentspannt gewesen. Außerdem fühlte ich mich – dank zweier Notkaiserschnitte zur gleichen Zeit – auch ein bisschen zu allein gelassen. In den 16 Stunden, die die Geburt gedauert hat, waren vielleicht aufsummiert fünf Stunden Hebammen/Ärzte anwesend. Und 80 % davon am Ende, als es kritisch zu werden schien. Und mit diesem Wissen und dem ganzen Trauma, dass die Geburt bei mir hinterlassen hat, bin ich nun alles andere als tiefenentspannt. Hinzu kommt diesmal ja auch der ganze planerische Aufwand: Wohin mit dem Krümel? Wann ins Krankenhaus? (Bei Krümel ergab sich das völlig wehenlos durch den Blasensprung). Klappt das ganze organisatorisch, wenn es losgeht oder wenn ich mit dem Zwerg im KH bin?

Entbunden habe ich den Krümel ja im St. Joseph Stift und im Großen und Ganzen war auch alles okay da, abgesehen von der Geburt – aber man hat sich so engagiert, dass es kein KS wurde, sondern „nur“ eine Vakuumgeburt. Dennoch reift in mir die letzten Tage der Plan, diesmal nicht dort zu entbinden. Einfach, weil ich mich allein gefühlt habe. Weil es mir zu hektisch war, auch auf Station – zu laut, zu voll. Alle waren super nett, gar keine Frage. Niemals hatte man das Gefühl zu nerven und das, obwohl es aufgrund vieler Kaiserschnitte sehr stressig war.

Aber: Der Joseph-Stift rangiert auf Platz 3 der Geburtenanzahl bei gerade mal zwei Kreißsälen. Mal zum Vergleich:

  • Uniklinik: ca. 2000 Geburten und 6 Kreißsäle (rein rechnerisch ca. 5 Geburten am Tag, selbst wenn alle zur gleichen Zeit kommen, ist noch ein Kreißsaal frei)
  • KH Dresden-Neustadt: ca. 1550 Geburten und 3 Kreißsäle (ca. 4 Geburten am Tag –> wird schon enger).
  • St. Jospeh Stift: ca. 1424 Geburten und 2 Kreißsäle (ebenfalls ca. 4 Geburten am Tag –> kann logistisch schwierig werden)
  • Diako: 1200 Geburten und 3 Kreißsäle (ca. 3 Geburten am Tag –> passt)
  • Friedrichstadt: 800 Geburten und 4 Kreißsäle (ca. 2 Geburten am Tag –> genug Kapazität)

Insgeheim hoffe ich also in einem Krankenhaus mit mehr Kapazität und weniger Geburten eine familiärere und ruhigere Atmosphäre, vielleicht sogar ein Einzelzimmer?! Und daher liebäugle ich diesmal mit dem KH Friedrichstadt (allerdings liest man auch hier, wie bei allen Dresdner Krankenhäusern Positives und Negatives – Leider kann man sich erst hinterher eine eigene Meinung bilden). Es ist genauso gut zu erreichen, wie der Joseph Stift. Gut diesen konnten wir zu Fuß erreichen, aber von uns aus fährt die StraBa fast direkt bis vor die Tür und der Krümel liebt ja StraBa fahren! Sollte der Zwerg sich vor der 38. SSW auf den Weg machen, dann ist Friedrichstadt eh gesetzt und sonst halte ich mir beide Optionen offen und hoffe auf meine Intuition, wenn es so weit ist. Jetzt habe ich am Donnerstag erst mal mein Gespräch zur Anmeldung. Leider fiebert der Krümel seit gestern Abend, daher werde ich den Termin wohl leider nicht wahrnehmen können, so wie die Termine zur Infoveranstaltung…das macht mich fertig.

Wenn Dresdner unter euch Lesern sind, dann freue ich mich sehr über eure Erfahrungen in den einzelnen Krankenhäusern. Aber ihr dürft mir auch gerne nur ein bisschen Mut zu sprechen! 😀

Wie ihr seht, geht der Endpurt nicht gerade spurlos an mir vorbei. Ich freue mich schon, wenn ich die Geburt hinter mir habe und alle gesund und glücklich wieder zu Hause sind.

In den nächsten Tagen will ich euch aber auch noch zeigen, wie der Nestbau voran schreitet und was ich schon an Erstausstattung für den Zwerg genäht habe. Und auch die Große habe ich nicht vergessen…

Bis bald!

Julia

P.S. Auf dem Bild, das ist mein Krümelschatz gerade mal ein paar Stunden alt.

2 Comments

  1. Kathrin H.

    Hallo, bei uns ist es zwar schon fast 2 Jahrzehnte her, aber wir waren damals in der Uniklinik. Hatte uns die Hebamme aus dem Vorbereitungskurs empfohlen und wir haben nicht weiter drüber nachgedacht. Hat alles super geklappt. Gut mir fehlen ungefähr 4 Stunden “Film”, aber wahrscheinlich hab ich da auch nicht viel verpasst. Auf Station, damals noch eine ganze Woche, hatten wir 2-Bett-Zimmer. Da hat man mit etwas Glück jemanden nettes, mit dem man sich austauschen kann. Ich drück euch ganz doll die Daumen. Ihr werdet schon die richtige Entscheidung treffen. Liebe Grüße an alle
    Kathrin H.

    1. Stoffkruemel

      Ja am Ende ist ja das Krankenhaus nicht ausschlaggebend für den Verlauf der Geburt, aber es gebärt sich besser, wenn man sich gut betreut fühlt. Und auf Station war ich anschließend einfach gestresst…fremde Leute liegen mir einfach nicht so 😉

      Danke fürs Daumendrücken!!

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