Vom Teilzeit Familienbett zum Vollzeit Familienschlafzimmer!

Nun muss ich euch mal wieder von unserem Alltag berichten. Eigentlich würde ich das liebend gern viel öfter tun, aber die Zeit… Und was genäht habe ich zwischendurch auch und das muss ich euch unbedingt auch noch zeigen. Ach… so viel zu tun!

Die Ausgangssituation: Vom Familienbett zum Floorbett und zurück.

Aber kommen wir mal zurück zum Thema. Als das Krümelkind damals zu uns kam, schlief sie von Anfang an mit in unserem Bett. Alle drei liebten wir unser Familienbett. Und gerade mit Säugling ist so ein Familienbett das Beste für relativ entspannte Nächte. Schnell wurde es uns aber auf 140 cm zu eng und wir haben auf Ehebettgröße (180 cm) upgegradet. Gemütlich Platz für alle. Mit circa anderthalb Jahren haben wir dem Krümel ein Floorbett in ihrem Zimmer eingerichtet. Dort brachten wir sie jeden Abend ins Bett. Dort schlief sie die halbe Nacht bis sie irgendwann zu uns rüber kam. Manchmal musste man sie abholen, manchmal kam sie von selber. Manchmal war sie dabei fröhlich und manchmal klang sie ängstlich. Vor einigen Monaten bekam sie dann ein richtiges Bett. Dennoch kam sie immer wieder des Nächtens zu uns.

In gewissem Sinne verschärfte sich die Situation sogar. Denn neben dem Krümel lagen plötzlich noch mind. sechs Kuscheltiere mit im Bett und das „kalte Kissen“. Sie, die vehemente Schnuller- und Trösterlieverweigerin, brauchte sie also plötzlich doch, die „Anker“. Das artete so aus, dass man nachts, wenn sie wach wurde, zu ihr ins Zimmer musste: Man trug wahlweise die gefühlten hundert Kuscheltiere ins Bett und sie ihr kaltes Kissen oder umgedreht. Da ich schwanger kaum mehr aus dem Bett kam, musste der Papa den Job übernehmen.

Dass sie in unserem Bett schlief, störte mich nicht. Im Gegenteil! War der Papa abends oder über Nacht aus dem Haus habe ich das Tochterkind gleich im großen Bett schlafen lassen. Tja, ich schlafe wohl nicht gern allein, habe es aber in gewisser Weise von meiner nicht mal dreijährigen Tochter erwartet.

Nun änderte sich Mitte Januar so einiges für die kleine Seele. Plötzlich war sie große Schwester. Wir versuchten natürlich beiden gerecht zu werden, aber gerade Mamatechnisch musste/muss sie sehr zurückstecken. Das Schlafprozedere blieb gleich. Ab dato also zu viert auf 180 cm. An sich ja ausreichend: Papa, Krümel, Mama, Krümelchen. Was nervig war: Ich konnte nachts nur auf einer Seite stillen und musste mich verbiegen, um ihm die andere Brust zu geben ohne ihn neben das Tochterkind zu legen. Denn wenn sie schläft, dann fest und raumgreifend und von Ammenschlaf hat sie sicher noch nichts gehört. Eine Lösung musste her!

Vom Familienbett zum Familienschlafzimmer

Da wir mit einem 20m² großen Schlafzimmer gesegnet sind, war die Lösung schnell gefunden. Krümels Bett kommt zu uns. Nach einigem Hin- und Herrücken, Umstellen und Entsorgen sieht es bei uns nun so aus:

Hinten an der Heizung steht das Anstellbett vom Krümelchen oder besser gesagt von Emil unserem Kater. Das Krümelchen hat bisher erst einmal darin geschlafen, nämlich also ich so schlimme Verspannungskopfschmerzen hatte, dass ich nur einmal in völlig entspannter Lage schlafen wollte. Dann kommt das große Bett für Krümelchen, Mama und Papa. Etwas niedriger steht Krümels Bett direkt an Papas Seite. Ein bisschen gepolstert, kann sie sich sogar an das große Bett ankuscheln.

Sie schläft nun also direkt bei uns und bis auf ein paar Ausnahmen, die ich gleich näher erläutere, schläft mein großes Kind sicher und geborgen endlich durch!!!

Von Ängsten, vom Kuscheln und von anderen Dingen

Was hat sich seitdem (2 Wochen) nun geändert?!

Erstens: Seit circa einer Woche spielen die Kuscheltiere keine Rolle mehr. Vorher mussten sie bei der nächtlichen Wanderschaft auf Vollzähligkeit überprüft werden. Zu Beginn des Familienschlafzimmers wurden sie immer noch bei jedem Zubettgehen überprüft und wehe der Elefant/Fuchs/Eule/kleiner brauner Hase etc. fehlten! Heute liegen sie noch immer im Bett, aber völlig unbeachtet.

Zweitens: Die nächtliche Flasche. Das Kind bekommt zum Einschlafen eine Flasche Wasser mit Milch, gerade so viel, dass das Wasser trüb ist. Manchmal will sie eine Zweite. Früher war auch die erste Frage in unserem Bett liegend, alle Kuscheltiere auf Vollzähligkeit geprüft: „Kann ich meine Flasche haben?“ Wir hatten ja schon lange den Verdacht, dass die Flasche quasi ihr Schnullerersatz ist und mit der neuerlichen Entwicklung nährt sich dieser. Heute trinkt sie immer noch ihre Flasche 0,01%-Milch. Danach ist gut, keine Zweite (außer sie hat wirklich Durst) und auch in der Nacht wird keine mehr angerührt! Das hat den Nebeneffekt, dass sie nachts auch wieder Stoffis *juhuu* tragen kann. Ich denke also, dass die Flasche zum Einschlafen Ritual ist und ihr beim runterkommen hilft, aber in der Nacht braucht sie keine Beruhigung mehr, denn sie ist ja die ganze Zeit behütet bei uns!

Drittens: Leo Lausemaus. Das Kind darf zum Einschlafen zwei Folgen Leo Lausemaus hören. Ja, wir waren schon mal bei einer Folge *seufz*. Danach macht sie mittlerweile freiwillig aus. Was haben wir vorher für Dramen hier erlebt. Das eine mal war es besonders schlimm und ich wundere mich noch heute, dass niemand vom Jugendamt vor der Tür stand. Früher bedeutete halt – das ist meine Interpretation – Leo Lausemaus ist aus. Ich muss jetzt schlafen und wenn ich schlafe, geht Mama und ich bin ganz allein die halbe Nacht. Heute gehört es einfach nur noch zu unserem Ritual, denn meistens reden wir während dieser Zeit über den heutigen Tag und erzählen uns, was schön war und was nicht.

Viertens: Ein kleines Aber. Also es läuft super, aber… Das Einschlafprozedere dauert immer noch ca. 45 Min. Was gerade mit Säugling manchmal echt anstrengend bis nervig ist, man will ja beiden gerecht werden. Nun probierten wir die Tipps aus dem neuen Buch „Schlaf gut, Baby“ von Nora Imlau und Dr. Renz-Polster. Wir verschwanden also immer wieder unter einem bestimmten Vorwand und versprachen gleich wieder zu kommen, was wir auch taten. Häufig ist das Krümelchen ein Grund sich aus dem Schlafzimmer zu entfernen, weil sie diesbezüglich wirklich unheimlich verständnisvoll ist, aber ihn möchte ich wegen des Beigeschmacks nicht vorschieben. Also muss ich stattdessen noch Wasser kochen (der piept so schön der Wasserkocher), auf Toilette (Spülung), Geschirrspüler ausräumen (Klapper, Klapper). Irgendwann nach einigem Kommen und Gehen ist sie selber eingeschlafen. Doch dann passiert häufig das: Die Abwesenheit im Zimmer bedeutet auch weniger körperliche Nähe (hauptsächlich Ohren knubbeln, Arm und Rücken kraulen) zum Einschlafen, auch wenn wir das vorher 10 Min. gemacht haben. Wird sie dann nachts wach möchte sie gern kuscheln und das bedeutet sehr nah, also wieder ab ins Familienbett. Glücklicherweise gibt sie sich mit Papa ‚zufrieden‘, so dass sie außen liegt und das Krümelchen und ich weiterhin angstfrei genug Platz haben. In der ersten Nacht wollte sie nämlich wieder unbedingt zu mir, aber das hat sie dann super verstanden, dass wir ja alle da sind, aber eben nicht ganz nah.

Achso fünftens noch: Ich kann nun abends nicht mehr nähen, denn mein gesamtes Nähzeug ist im Schlafzimmer. Da das Krümelchen aber an mir dran gern einige Stunden am Stück schläft, komme ich tagsüber in Ruhe dazu. Und abends schneide ich dann meistens zu, weil das mit Kind vorm Bauch nicht so gut geht. Manchmal gelingt es mir ihn auf den Rücken zu schnallen, dann geht auch das super!

Mein persönliches Fazit

Alles super so! Der plötzliche Hang zu Tröstobjekten – den sie vorher nie hatte und nun auch nicht mehr hat – zeigt mir, dass die nächtliche Situation angstbesetzt war und sie überfordert hat. Achso die Kuscheltierphase war nicht von Anfang an da, sondern trifft zeitlich wohl auf den Beginn der „magischen Phase“. Ich habe mich immer gewundert, warum in der Kita so viele Kinder Kuscheltiere mitbringen und mein Kind das nicht will. Tja bis zu diesem Zeitpunkt. Jetzt, wo die Situation sich für sie verbessert hat, muss auch kein Kuscheltier mehr mit in die Kita.

Die Nächte sind ruhiger. Da das Krümelchen bisher noch ein wirklich guter Schläfer ist, sind die Nächte sehr angenehm. Kein Kind, dass mitten in der Nacht samt Kuscheltierarmee und kaltem Kissen abgeholt werden will, um dann im Bett angekommen, alle durchzählen muss, die Flasche braucht, gekrault werden will und dann unruhig weiter schläft und dabei wahlweise quer liegt oder einem so auf die Pelle rückt, dass 10 cm zum Schlafen reichen müssen. Ich bin froh alle meine Lieben auf einem Haufen bei mir zu haben und befürchte, dass diese Zeit viel zu schnell vorbei sein wird. Für uns ist das Familienschlafzimmer also eine echte Alternative zum Familienbett!

Und als Schmankerl: Das kleine 12m² Kinderzimmer bietet plötzlich jede Menge Platz zum Spielen, Toben und Kuscheln. Es wird natürlich noch nicht groß genutzt, weil sie lieber dort spielt, wo wir sind, aber bei Kinderbesuch ziehen sich die Lütten schon mal dahin zurück.

So bis hoffentlich ganz bald

Julia.

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