Stoffwindeln II – gDiapers

So ihr Lieben,

es wird mal wieder Zeit meine Stoffwindel-Serie weiterzuführen. Diese habe ich ja in letzter Zeit sträflich vernachlässigt, was aber einfach daran lag, dass – zumindest tagsüber – Windeln kein Thema mehr für uns sind. Das Krümelkind ist mit ihren 29 Monaten tagsüber sehr zuverlässig trocken. Und auf dem Weg dahin gab es so erstaunlich wenig Unfälle, die kann ich definitiv an beiden Händen abzählen. Na ja so viel dazu. Es soll ja um Windeln gehen 😉 Dass das Thema wieder präsent wird, liegt natürlich an dem kleinen Bauchkrümel. Auch hier wollen wir wieder Stoffwindeln, weil es einfach Spaß macht und so fröhlich und farbenfroh ist.

Heute möchte ich euch ein vielbeachtetes System der Gruppe AI3 (All in Three) vorstellen: Die gDiapers!

Das Produkt

Als ich die gDiapers entdeckte, war ich sofort fasziniert, ein vergleichbares System hatte ich bis dato nicht gesehen. Aber fangen wir von vorne an bzw. in diesem Fall von außen. Die gDiapers besteht aus – jetzt ratet mal – aus drei Teilen. Erstens die gPants, die Außenwindel. Da geht es ja schon los mit den Besonderheiten. Denn diese ist nicht aus wasserdichtem Material, sondern aus ganz normaler Baumwolle. Pipidicht wird die Windel durch die gPouch, die in die gPants geknöpft wird. Die gPouch ist eine Tasche aus wasserdichtem Material. Dort hinein kommt dann wiederum die Saugeinlage – gCloth. Die gCloth gibt es übrigens auch als Wegwerfvariante. Die gCloth haben wir allerdings nie benutzt, geschweige denn besessen. Wir haben die Tasche immer mit Prefolds und anderen Einlagen benutzt.

Beim Wickeln wird im Normalfall nur die Einlage gewechselt. Beim großen Geschäft landet allerdings meist was im Pouch, so dass dieses auch getauscht werden muss. Ist das Wickelintervall zu lang bzw. dringt die Feuchtigkeit nach aussen, dann wird auch die Überhose feucht und muss gewechselt werden. Mit dem System hat man vergleichsweise wenig Wäsche.

Die Saugkraft

Wie bereits erwähnt, haben wir nie die orginalen gCloth verwendet, so dass ich zu der hauseigenen Saugkraft nichts sagen kann. Bei uns waren meist chinesische Mirkofasereinlagen, Prefolds sowie Hanf- und Zorb-Einlagen in Gebrauch. Insgesamt haben wir meist aller 2 – 3 Stunden gewickelt. Das funktionierte ganz gut. Die Saugkraft hat man bei den gDiapers also ein bisschen selbst in der Hand und wird eigentlich nur durch die Größe des Pouches beschränkt – es sollte noch ein bisschen “Rand” überstehen, sonst ist sie nicht mehr richtig dicht. Man sollte sich übrigens nicht verunsichern lassen, wenn sich die Überhose klamm anfühlt, das kommt durch das “Atmen” der Pouch.

Noch ein Wort zur Passform: Ich persönlich fand immer, dass das Pouch zu locker an den Beinen saß und das obwohl der Krümel eher proper ist. Aber das ist meine persönliche Ansicht – vermutlich muss es gar nicht enger sitzen. Mit Striemen hatten wir auf jeden Fall nie Probleme.

Handhabung

Der Krümelpapa ist ja ein großer Fan der gDiapers. Einlage raus, neue rein, zu machen, fertig. Macht also im Großen und Ganzen weniger Arbeit als Stoffwindel + Überhose. Wir haben nach dem Waschen und Trocknen immer gleich einen Pouch in jede Überhose geknöpft, so dass wir im Fall, dass das Pouch gewechselt werden muss, gleich eine neue gDiaper genommen haben. Das Pouch haben wir dann ausgetauscht, nachdem das Kind wieder abgesetzt wurde. Meist war das ja nur der Fall, wenn man das Pouch eh von festen Stoffen befreien musste. Das gleiche, wenn eigentlich nur die Überhose gewechselt werden musste. Dann wanderte das Pouch gleich mit in die Wäsche. “Tricky” ist bei dieser Windel nur, dass man sie quasi verkehrt herum zu macht – also die Laschen hinten sind. Aber im Grunde genommen, ist das irre praktisch, denn so können die größeren Krümel die Windel nicht selber aufmachen!

Material

gPant = 92 % Baumwolle und 8 % Elasthan

gPouch = 100 % Nylon

gCloth = 1 Lage Microfleece (100 % Polyester),  1 Lage Mikrofaser (100 % Polyester),  2 Lagen Hanf-Baumwoll-Gemisch (55 % Hanf/ 45 % Baumwolle)

Kosten

Die Kosten liegen eher im Mittelfeld. Ich sag mal, wenn man auf Nummer sicher gehen will, legt man sich fünf gDiapers in der passenden Größe zu. Dazu noch mal ein Extrapack gPouchs (= 6 Stück, die gDiapers selbst werden bereits mit einem Pouch geliefert). Dann sind die Einlagen noch das Teuerste, da man hier schon einige benötigt. Besonders günstig wird es, wenn man sich die gPants selber näht. Dazu gibt es tausende Anleitungen im Netz. Das ist deswegen so günstig, weil man quasi jeden beliebigen Jersey nehmen kann und kein teures PUL benötigt (Suchbegriff: faux gDiaper). Noch günstiger wird es, wenn man alternative Einlagen nutzt, z.B. Prefolds, Mullwindeln etc.

Summasumarum, quasi Pi-Mal-Daumen:  300 € für je 5 gPants in Gr. S, Gr. M und Gr. L, ca.  40 € für je ein 6er Pack Extra-Pouches in S und in M/L/XL sowie ca. 200 € für je 20 Einlagen in S und M/L/XL. Also 540 € für die gesamte Wickelzeit.

Wie gesagt, kommt man besonders günstig,  wenn man selbermacht bzw. gebraucht kauft oder alternative Einlagen nimmt — und hier ist SecondHand auch was für Hygienesekptiker, da man die Pouches recht günstig neu kaufen kann. Außerdem gehen in Stoffikreisen die gPants — vor allem die Sondereditionen — weg wie warme Semmeln.

Fazit

Die gPants werden wir definitiv wieder verwenden. Da wir aber nur eine in M und drei in L besitzen (leider ist eine Pink ;-)), werden wir unser Kontingent noch etwas aufstocken müssen. Aber hier setze ich auf Aktionen in der Windelbar, den Gebrauchtmarkt und auf meine Nähkünste 😉 Sie sind für den Alltag perfekt… Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Saugkraft später für den Kita-Alltag ausreicht. Aber ich empfehle die gDiapers definitv weiter.

Vorteile

  • mittelmäßige Kosten mit viel Sparpotential
  • optisch sehr ansprechend
  • Einfach zu handhaben
  • Wenig Wäsche — gPants und gPouch schnell wieder einsatzbereit

Nachteile

  • mittelmäßige Saugkraft (je nach Einlage)
  • Kosten bei Neukauf

Bald geht es weiter!

Liebe Grüße.

Julia.

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