Übertragung oder die Tage vergehen

Wer hätte gedacht, dass ich zu dieser Zeit noch mit dickem Bauch einen Blogartikel verfasse. Eigentlich hatte ich gehofft längst den neuen Krümel in den Armen zu halten und mich eher über schmerzhafte, blutige Brustwarzen und den hängenden Bauch zu beschweren. Stattdessen lamentiere ich jetzt über diese nervige Übertragung.

Mein Bauch spannt. Er ist riesig. Das Baby ist riesig und schwer. Jeden Tag lagere ich mehr und mehr Wasser ein. Schon am Morgen beginnen die Hände zu spannen. Beim Hinknien spannen Waden und Oberschenkel. Beides fühlt sich wie kurz vorm Bersten an. Ich hab sicherlich die straffsten Beine, die man je gesehen hat. Sitze ich länger im Schneidersitz bildet sich am Knöchel, wo die Beine sich kreuzen, Wasserdellen, die erst nach Stunden wieder verschwunden sind und die sicher 2 cm tief sind. Egal ob ich Salzbäder nehme, mir Akupunktur verpassen lasse, mich salzreich ernähre oder die Beine über Nacht hochlege. Nichts hilft. Ich bin nur froh darüber, dass der Blutdruck in Ordnung ist und es erst mal auch sonst keine Anzeichen für eine beginnende Präeklampsie gibt. Lästig ist es trotzdem.

Und was habe ich nicht schon alles versucht, um die Wehen anzustupsen? Eigentlich alles außer Alkohol trinken. Allein die Zimtindustrie freut sich bestimmt über einen guten Jahresabschluss und einen super Start ins neue Jahr. Wasabi ist übrigens auch nicht mehr was es mal war und Brustwarzenstimulation klingt schöner als es ist!!! usw.

Übertragung+2

CTGs nerven

Was sonst noch nervt? Die frustrierenden CTGs, die keine einzige Wehe anzeigen und die Krümelchen nerven, so dass er in meinem Bauch rumfuhrwerkt, als suche er einen alternativen Ausgang. Aber warum sollten da auch Wehen drauf sein in den 30 Min.? Wenn da drei Wehen drauf wären, dann hätten wir ja schon einen 10 Min. Abstand und dann wäre ich mir doch schon sicher, dass die Geburt begonnen hat. Na ja.

Ultraschallkontrolle bei 40+2 beim Frauenarzt sagt: Fruchtwassermenge in Ordnung. Plazenta noch in gutem Zustand. Käseschmiere löst sich gerade erst. Kein Stress. Der Termin ist nur eine Berechnung. Geschätzes Gewicht plötzlich nur noch 3200g. Hier deutet noch nichts auf große Übertragung hin.

Sonntag, 10.01., 40+6: Frauenarzt hat Wochenende also ab zum CTG in die Klinik. Hebammen und Gynäkologin super nett. CTG zeigt wieder nix Spannendes. Herztöne sind super. Blutdruck okay. Nochmal Ultraschall: Fruchtwassermenge an der unteren Grenze des Normalen. Plazenta okay. Geschätztes Gewicht: 4300g. Aufklärungsgespräch bestätigt mich in der Krankenhauswahl: kein Dammschnitt ohne ernste Indikation, niedrige Kaiserschnittrate, immer eine Hebamme nur für mich da, Nabelschnur darf auspulsieren. Hinweis darauf, dass ich die Antibiose ablehnen darf (wegen pos. Streptokokken-Abstrich in der ersten Schwangerschaft)!!! Etc. Und doch kommt dann das böse Wort (nicht ganz so böse wie Kaiserschnitt, aber dennoch): EINLEITUNG. Die Risiken steigen je weiter fortgeschritten die Übertragung ist.

Übertragung0

Das böse Wort: Einleitung

Sie empfehlen mir – schon wegen des berechneten Kalibers des Kindes – die Einleitung bei 41+0 zu beginnen. Ich bin verunsichert. Hallo, das ist morgen?! Sie würden mit einem Wehencocktail am Abend starten, d.h. stationäre Aufnahme. Weitere Einleitungsversuche schließen an, wenn sich nichts tut. Auf der einen Seite denke ich, ja das ist planbar, dann geht’s endlich voran und dann denke ich wiederum Krümelchen hat doch bestimmt Gründe, warum er noch nicht raus will. Und was am schwersten wirkt: Ich kenne kaum positive Geschichten über Einleitungen. Die meisten endeten im Kaiserschnitt, oder noch schlimmer, gingen mit einer Plazentaablösung einher. Zudem sollen die Wehen heftig sein und von Null auf 100 gehen. Und 13 Stunden Wehen ohne merkbare Pause hatte ich schon mal. Ich wollte jetzt gern eine entspannte, einfache Geburt – aber wahrscheinlich bin ich als Sorgenmensch auch gar nicht der Typ für Einfach. Ich habe einen Hang zum Drama.

Nun ja, morgen erst mal CTG beim Frauenarzt, mit dem ich dann alles noch mal besprechen soll. Mein Bauchgefühl sagt mir zurzeit, wenn es dem Baby gut geht, dann würde ich gern warten bis ich min. 10 Tage drüber bin. Auf der anderen Seite will ich auch nichts riskieren. Dieser ET ist doch auch voll doof und verunsichert total. Je nach Berechnung und Ausgangspunkt spucken mir diverse Rechner Entbindungstermine von 4. Bis 10. Januar aus. Dank NFP kann ich den Eisprung ja auf drei Tage genau eingrenzen, wann allerdings die Befruchtung bzw. die Einnistung stattgefunden hat, kann mir niemand beantworten. Also im “besten” Fall wäre ich Montag gerade mal bei 40+0 statt 41+0, also nix mit Übertragung.

Tja unter diesen Umständen, meiner Phantasie, meiner Negativität und meines Hangs zum Drama fällt es mir natürlich schwer zu entspannen und welches Kind macht sich schon auf die Reise, wenn im Körper statt Oxytocin nur Adrenalin rumschwirrt?

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden. Und jetzt drückt mir bitte jeder Leser die Daumen, dass es zeitnah von alleine los geht!

Danke und bis bald

Julia.

One Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Ich stimme den Datenschutzeinstellungen nach DSVGO zu.